Wenn der Druck steigt

Gerade kleinere Betriebe müssen oftmals besonders flexibel sein. Hier lohnt sich ein BGM auf jeden Fall.

Eine gesunde Belegschaft ist entscheidend für wirtschaftlichen Erfolg

Über 100 Teilnehmer beim 1. Ulmer BGM-Gipfel von IHK und BKK VerbundPlus

Die betriebliche Gesundheit und viele Informationen rund ums Thema Gesundheitsmanagement lieferte die BKK VerbundPlus zusammen mit der IHK Ulm beim 1. Ulmer BGM-Gipfel im Business Club der ratiopharm arena. An der Informationsveranstaltung nahmen rund hundert Führungskräfte und Personalverantwortliche von Unternehmen in der Region teil.

Fachkräftemangel, älter werdende Arbeitnehmer, steigende Zahlen krankheitsbedingte Ausfalltage sind Probleme, die Unternehmer verstärkt beschäftigen, um kontinuierliche Arbeitsprozesse zu sichern. Denn die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter ist ein Erfolgsfaktor für Unternehmen. Dies wird immer häufiger durch ein innerbetriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) erreicht. Es sei absolut notwendig, die Gesundheit der Mitarbeiter im Blick zu haben und diese zu fördern, sagte IHK-Geschäftsführer Otto Sälzle vor über 100 Teilnehmern im Business Club der ratiopharm arena. „Die Mitarbeiter und ihre gesundheitliche Verfassung sind das wichtigste in einem Unternehmen“, so Sälzle. Schließlich sprechen  Wirtschaftspolitiker schon vom „Standortfaktor Gesundheit“.

Auch Werner Wedig, Vorstand BKK VerbundPlus, hob die Notwendigkeit hervor,  die Belegschaft gesünder und den Betrieb damit leistungsfähiger zu machen. Ziel des 1. Ulmer BGM-Gipfels, sei es Wege und Maßnahmen in diese Richtung aufzuzeigen, sagte der Vorstand der Betriebskrankenkasse, die vor 126 Jahren als „Fabrikkrankenkasse E. Schwenk“  gegründet wurde. Heute fördert die Kasse die Gesundheit von rund 35 000 Versicherten in der Region, deutschlandweit an sieben Standorten von mehr als 80 000 Versicherten.

Swen Grauer, Geschäftsführer der Integion GmbH, hob in seinem Impulsreferat die Bedeutung von BGM hervor. Vielen Unternehmern sei längst klar, dass eine gesunde und motivierte Belegschaft das A und O  für wirtschaftlichen Erfolg sei. Denn Firmen, die Wert  auf die Gesundheit ihrer Belegschaft legen, seien erwiesenermaßen als Arbeitgeber attraktiver als Wettbewerber, die  darauf verzichten. Die Kunst sei es aber, ein ganzheitliches BGM in die Arbeitsabläufe im Unternehmen zu integrieren, sagte Grauer, der mit seiner Firma als professioneller Gesundheitsberater und -manager  genau dies umsetzt.

Wie Betriebliches Gesundheitsmanagement in kleineren Betriebseinheiten umgesetzt werden kann, erläuterte Gerhard Kaminski, Personalleiter bei SCHWENK-Zement, den anwesenden Führungskräften. Demnach wurden an den SCHWENK-Standorten in den letzten Jahren im Anschluss an Mitarbeiterbefragungen zahlreiche Handlungsfelder erschlossen und konkrete Maßnahmen umgesetzt. Zum Beispiel die Einführung eines Gesundheitspasses, die Durchführung von Gesundheitstagen, oder die Gründung eigener Laufgruppen. Parallel dazu wurde die Information der Mitarbeiter forciert – unter anderem via Intranet –und sogar ein eigenes Leitbild für das BGM erstellt. Neben den klassischen Gesundheitsfaktoren wie Bewegung, Ernährung und Arbeitsplatzergonomie habe laut Kaminski auch das Verhalten der Führungskräfte einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter.

Was eine Krankenkasse den Unternehmen in der Gesundheitsförderung anbieten kann, zeigte Dr. Christoph Ramcke mit der Vorstellung des aktuellen BKK-Projekts „Der Gesundheitsplan für Ihren Betrieb“ auf, bei dem er mit im Planungs- und Steuerungskreis saß. Die wichtigsten Argumente für ein BGM sind laut Ramcke eine höhere Produktivität und Qualität der Arbeit, stärkere Wettbewerbsfähigkeit und besseres Unternehmensimage, größere Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation, geringere Krankenstände und weniger Fluktuation und schließlich ein besseres Betriebsklima und mehr kollegialer Zusammenhalt. Eine gesunde Belegschaft erreiche man in vier Schritten:  Gesundheitsplan erstellen, Situation analysieren, Maßnahmen planen und die Umsetzung organisieren. „Die Erfolgsaussichten steigen, wenn die Chefetage den innerbetrieblichen Gesundheitsplan aktiv unterstützt. Denn das hat Signalwirkung für die gesamte Belegschaft“, riet er den Teilnehmern des 1. Ulmer BGM-Gipfels zum Abschluss.