Wenn der Druck steigt

Gerade kleinere Betriebe müssen oftmals besonders flexibel sein. Hier lohnt sich ein BGM auf jeden Fall.

Gesund erfolgreich

BKK VBU informierte über gesunde Arbeitsplätze in kleinen Betrieben – Chefs sollten sich innerhalb von 72 Stunden für die Umsetzung eines Gesundheitsprogrammes entscheiden

Warum ist gerade für kleinere Unternehmen ein Betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig – und wie lässt sich der „innere Schweinehund“, der das verhindert, an die Leine legen? Darüber informierten sich Verantwortliche aus kleinen und mittleren Betrieben bei der Veranstaltung „Gesunde Mitarbeiter – starke Unternehmen“ der Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU). In seinem immer wieder zum Schmunzeln anregenden Vortrag stellte Gesundheitsexperte Dr. Christoph Ramcke das Projekt „Gesund. Stark. Erfolgreich. – Der Gesundheitsplan für Ihren Betrieb“ vor, das von der Bundeszentrale für gesund-heitliche Aufklärung gefördert und von der BKK VBU umgesetzt wird.

Warum betriebliche Gesundheitsförderung wichtig ist

„Sie haben jetzt 72 Stunden Zeit!“ – Die fragenden Blicke der Zuhörerinnen und Zuhörer kennt Dr. Christoph Ramcke schon und beantwortete sie umgehend: Wenn nicht innerhalb dieser Frist eine Entscheidung zur Umsetzung eines Gesundheitsprogramms getroffen werde, ist die Wahrscheinlichkeit gleich Null, dass sich überhaupt etwas verändert. Unternehmen sollten die Umsetzung ihres Gesundheitsprogramms also nicht auf die lange Bank schieben. Warum betriebliche Gesundheitsförderung wichtig ist, machte er ebenfalls eindringlich deutlich: Zunehmender Fachkräftemangel erfordere attraktive Angebote für Job-Suchende – und Angebote zur Gesundheitsförderung gehörten eindeutig dazu.

Auch um die älter werdenden Belegschaften fit zu halten und Ausfallzeiten zu verringern, sei ein Betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig – wozu etwa Kurse zur Stressbewältigung, betriebliche Sportangebote oder Kommunikationsschulungen gehören könnten. Was letztlich für ein Unternehmen sinnvoll und nötig ist, vermag erst eine genaue Analyse zu klären – bei der die BKK VBU die Firmen unterstützt. Aber Gesundheitsmanagement fördert nicht nur die Attraktivität des Unternehmens, es bringt auch bares Geld ein: Ein Euro, der in Gesundheitsprogramme fließt, wirft in Form von vermiedenen Krankheitskosten und steigender Produktivität rund vier Euro Rendite ab, rechnete Ramcke anhand einer Studie vor.

Den inneren Schweinehund überwinden

Neben den Informationen, wie ein betrieblicher Gesundheitsplan aufgestellt werden kann, thematisierte der Gesundheitsexperte auch die Gründe, die eine bessere Gesundheitsförderung oft verhinderten. Zu wissen, wie wichtig Gesundheitsprogramme für den Betrieb und die Mitarbeiter seien, reiche nicht aus – man müsse sie auch umsetzen. „Jetzt habe ich gerade keine Zeit“, „Das mache ich nach einem anderen Projekt“ oder „Habe ich gemacht, hat aber nichts gebracht“ wären häufige „Schweinehund-Tricks“, die ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sabotieren könnten. Ramcke kennt aber auch die Gegenmaßnahmen. Die Wichtigste: Jemand, der Spaß daran hat, muss die Sache in die Hand nehmen. Daneben sind klare Entscheidungen und realistische Ziele wichtig: „Überhaupt anzufangen, ist besser als große Pläne zu schmieden, die dann letztlich liegen bleiben“, fasste Uwe Sonnberger, Regionalleiter Süd der BKK VBU zusammen.